Wie hält man ein Buch beim Lesen richtig? Haltungen und Hilfsmittel
Wer lange liest, merkt es irgendwann in den Händen: Das Buch wird schwer, die Seiten klappen zu, der Daumen verkrampft. Dabei lässt sich die Frage, wie man ein Buch beim Lesen richtig hält, nicht mit einer einzigen Haltung beantworten. Es kommt auf das Buch an, auf den Ort und darauf, ob Sie sitzen, liegen oder unterwegs sind. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Haltungen sich im Alltag bewähren und welche Hilfsmittel das Halten angenehmer machen.
Wie hält man ein Buch beim Lesen richtig?
Eine allgemeingültige Regel gibt es nicht, aber einige Grundsätze erleichtern das Lesen. Das Buch sollte so gehalten werden, dass Ihr Nacken entspannt bleibt und Sie nicht tief auf die Seiten hinabschauen müssen. Heben Sie das Buch lieber ein Stück an, statt den Kopf zu senken. Die Ellbogen dürfen aufgestützt sein, etwa auf der Armlehne oder auf einem Kissen. So tragen nicht allein die Handgelenke das Gewicht.
Wichtig ist außerdem ein gleichmäßiger Griff. Wer das Buch mit aller Kraft umklammert, ermüdet schnell. Besser ist es, den Buchrücken locker in einer Hand zu führen und mit dem Daumen die Seite zu stabilisieren. Je weniger Spannung in den Fingern, desto länger bleibt das Lesen angenehm.
Die Haltung an die Situation anpassen
Im Sitzen am Tisch ist es am einfachsten: Das Buch liegt flach oder leicht geneigt, die Unterarme ruhen auf der Tischplatte. Ein kleiner Stapel darunter bringt das Buch näher an die Augen. Im Sessel oder auf dem Sofa stützen viele die Ellbogen auf Kissen, damit die Arme nicht in der Luft hängen. Im Liegen wird es anspruchsvoller. Auf dem Rücken liegend muss das Buch über dem Gesicht gehalten werden, was die Arme schnell ermüdet. Auf der Seite liegend rutscht es leicht weg oder die Seiten schlagen um.
Unterwegs, in Bus und Bahn, ist oft nur eine Hand frei. Dann zählt, dass das Buch sich gut mit einer Hand halten lässt und die Seiten nicht dauernd umklappen. Gerade hier merken viele, wie sehr ein kleines Hilfsmittel den Unterschied macht.
Dicke Bücher halten: Was wirklich hilft
Dicke Taschenbücher und große Bildbände sind eine besondere Herausforderung. Der Buchblock ist schwer, der Rücken wehrt sich gegen das Aufklappen, und die Seiten wollen nicht liegen bleiben. Ein paar bewährte Vorgehensweisen:
- Legen Sie das Buch auf eine feste Unterlage, etwa ein Kissen auf den Knien, statt es frei zu halten.
- Öffnen Sie neue Bücher behutsam, indem Sie die ersten Seiten nacheinander glattstreichen. Wer den Rücken mit Gewalt durchdrückt, beschädigt ihn.
- Wechseln Sie die Hand regelmäßig, damit nicht immer derselbe Arm trägt.
- Legen Sie Pausen ein und lockern Sie zwischendurch die Finger.
Beim Stichwort Schonen lohnt auch ein Blick auf den Buchrücken. Ein Buch, das sich nach vielen Jahren kaum noch öffnen lässt, hat oft einen gebrochenen Rücken. Eine sanfte Haltung beugt dem vor.
Seitenhalter und Daumenhalter: Die Seiten offen halten
Das häufigste Ärgernis beim Lesen sind Seiten, die von allein zuklappen. Wer dafür ständig mit dem Daumen nachhelfen muss, hat eine Hand weniger für den Tee oder die Tasse. Seitenhalter und Daumenhalter sind kleine Hilfsmittel, die genau hier ansetzen. Je nach Bauart halten sie die Seiten entweder offen oder geben dem Daumen eine feste Öffnung, in die er hineinpasst. So lässt sich das Buch locker mit einer Hand halten, ohne dass es zufällt.
Welche Variante zu Ihnen passt, ist Geschmackssache. Manche mögen eine schlichte Form, andere freuen sich über ein Motiv, zum Beispiel eine Tierfigur. Unter Seitenhalter und Daumenhalter für Bücher können Sie über 10 Modelle vergleichen und sich ansehen, wie unterschiedlich diese kleinen Helfer aussehen. Achten Sie beim Auswählen darauf, dass die Form zu Ihrer Handgröße und zu Ihren gewohnten Büchern passt. Die Produktbeschreibung gibt dazu Hinweise.
Buchstützen für den Schreibtisch und das Regal
Nicht jedes Buch muss gehalten werden. Wer am Schreibtisch liest oder arbeitet, zum Beispiel mit einem Kochbuch, einem Lehrbuch oder einem Nachschlagewerk, kann das Buch aufstellen lassen. Eine Buchstütze übernimmt das Halten, sodass beide Hände frei bleiben. Das hilft beim Abschreiben, beim Lernen und beim Nachkochen gleichermaßen. Auch im Regal sorgen Buchstützen dafür, dass die Bände nicht zur Seite kippen.
Ob eine Buchstütze für Ihre Zwecke geeignet ist, hängt vom Buch und vom Platz ab. Ein sehr schweres Buch braucht eine stabile Konstruktion, ein schmaler Schreibtisch eine kompakte Lösung. Im Bereich Buchstütze für Regal und Schreibtisch sehen Sie über 10 Modelle in unterschiedlichen Bauarten. Prüfen Sie vor der Auswahl, wie das Buch aufgestellt werden soll, und lesen Sie die Hinweise zur jeweiligen Stütze genau.
Lesezeichen als Begleiter der Haltung
Auch das Lesezeichen spielt eine Rolle, denn es hält nicht die Seite offen, sondern den Ort. Wer häufig unterbricht und wieder einsteigt, findet mit einem passenden Lesezeichen schneller zurück. Manche hängen an einer Kordel aus dem Buch heraus, andere liegen flach zwischen den Seiten. Für unterwegs eignet sich etwas, das nicht verrutscht. Im Überblick Lesezeichen für Bücher gibt es über 40 Varianten zum Entdecken.
Hände und Handgelenke entlasten
Wer täglich viel liest, sollte auch auf den Körper achten. Das Gewicht eines Buches ist nicht das einzige Problem, entscheidend ist auch die Dauer derselben Haltung. Stehen Sie nach einer Lesestunde kurz auf, lassen Sie die Schultern kreisen und schütteln Sie die Hände aus. Das beugt Verspannungen vor und macht den nächsten Leseabschnitt angenehmer.
Hilfreich ist es auch, die Größe des Buches zu bedenken. Ein handliches Taschenbuch lässt sich leicht in einer Hand halten, ein großer Bildband gehört dagegen besser auf den Tisch oder auf ein Kissen. Wenn Sie ohnehin viel am Schreibtisch lesen, lohnt es sich, einen festen Platz für das Buch einzurichten, an dem Licht, Höhe und Abstand stimmen. So müssen Sie sich nicht jedes Mal neu einrichten, und das Lesen wird zur entspannten Gewohnheit.
Lesen mit Kindern und im Familienalltag
Auch beim gemeinsamen Lesen kommt es auf die Haltung an. Wer einem Kind vorliest, hält das Buch am besten so, dass beide die Seiten sehen können, ohne sich zu verrenken. Ein Kissen im Schoß trägt das Buch, ein Seitenhalter sorgt dafür, dass die Seiten nicht zuschlagen, wenn das Kind blättern möchte. So bleibt Ihnen Aufmerksamkeit für die Geschichte, statt für das Halten.
Kleine Gewohnheiten für entspannte Hände
Zum Schluss einige Hinweise, die unabhängig vom Hilfsmittel gelten:
- Wechseln Sie gelegentlich die Haltung, damit sich Schultern und Nacken nicht verspannen.
- Sorgen Sie für gutes Licht, damit Sie das Buch nicht näher an das Gesicht ziehen müssen.
- Stützen Sie die Arme ab, statt sie frei zu halten.
- Legen Sie das Buch zwischendurch ab und strecken Sie die Finger.
- Wenn Ihnen beim Lesen regelmäßig etwas wehtut, lassen Sie es von einer Ärztin oder einem Arzt anschauen.
Wer diese Punkte beachtet und bei Bedarf zu einem kleinen Hilfsmittel greift, liest länger und entspannter. Ob Seitenhalter, Buchstütze oder ein gut gepolstertes Kissen auf den Knien: Probieren Sie in Ruhe aus, was zu Ihrem Buch und zu Ihrem Platz passt. Die richtige Haltung ist am Ende die, bei der Sie das Buch vergessen und nur noch die Geschichte spüren.
